Beantwortet
Autor Thomas Sauer am 24. April 2012
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Durchgangsbahnhof: Kapazität, Architektur, Barrierefreiheit

Bonatzturm wird gesprengt ????

Sehr geehrter Herr Dietrich und Herr Kefer,

in der recht aktuellen Antwort Nummer 39985 sowie der darin referenzierten Antwort Nummer 28333 benhaupten Sie dass der Tiefbahnhof ganz leicht auf bis zu 10 Gleise erweiterbar wäre. Dazu müsste der Trog "durchbrochen" oder "aussen angebaut" werden.

Meine Frage dazu: wo käme denn der Platz dafür her ? Wollen Sie denn den denkmalgeschützten Bonatzturm auch noch sprengen ? Können Sie die Kosten einer solchen nachträglichen Erweiterung denn überhaupt abschätzen ?

Bitte um eine ehrliche Antwort,

Ein Bahnkunde

+5

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Antwort
von Wolfgang Dietrich am 16. August 2012
Wolfgang Dietrich

Sehr geehrter Herr Sauer,

gerne beantworte ich Ihre Frage nach der Erweiterung des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs um ein 9. und 10. Bahnsteiggleis.

Wie Sie wissen hat der Stresstest zunächst eindeutig gezeigt, dass der neue Hauptbahnhof ohne Weiteres 49 Zugankünfte zur Spitzenstunde abfertigen kann. Das wären 40 Prozent mehr Züge als heute. Tatsächlich werden zur Inbetriebnahme dagegen etwa 40 bis 42 Züge zur Stunde erwartet. Damit verbleiben rund 20 Prozent der eindeutig nachgewiesenen Zugkapazität als Reserve.

Aussagen über die maximale Leistungsfähigkeit des neuen Bahnknotens hat der Stresstest dabei ausdrücklich nicht getroffen. So wären in Verbindung mit einem 3. und 4. Gleis aus Feuerbach, das im Zuge von Stuttgart 21 bereits mit vorbereitet wird, zustätzliche Züge auf den acht vorgesehenen Bahnsteiggleisen durchaus denkbar.

Sollte die Kapazität des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs in ferner Zukunft dennoch an seine Grenzen stoßen, gibt es verschiedene Überlegungen für den Ausbau der Station um zwei weitere Bahnsteiggleise. Ein Abriss oder gar eine Sprengung des historischen Bahnhofsturms steht dabei außer Frage. Eine Möglichkeit ist beispielsweise, ein zwischen Bonatzbau und geplantem Bahnhofstrog liegendes Gleis in seiner Länge so anzupassen, dass der historische Bahnhofsturm nicht unterfahren werden muss. Denkbar wäre aber selbstverständlich auch, den Turm zu unterfahren und seine Last mit einer entsprechenden Konstruktion abzufangen. Eine weitere Möglichkeit wäre, zwei zusätzliche Gleise auf der Nordseite des neuen Hauptbahnhofs zu ergänzen, um den südlich der neuen Bahnsteighalle liegenden Turm nicht zu berühren.

Die Kosten einer solchen Erweiterung hängen von der konkreten Lösung, dem konkreten Baubeginn und den dann verfügbaren Bautechnologien ab. Da der Bedarf nach solchen zusätzlichen Gleisen nicht absehbar ist, liegen dazu keine detaillierten Kalkulationen vor.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Erläuterungen weitergeholfen zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Dietrich