In Beantwortung
Autor Peter Reinhart am 16. Mai 2011
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Finanzen: Kosten, Nutzen, Bedarf

Unplausible Kostenannahmen der BAST

Sehr geehrter Herr Dr. Kefer,

vor einem halben Jahr dementierte Ihr Unternehmen, bereits im Zuge der Betrieblichen Aufgabenstellung für die 21er Projekte (BAST) habe Ihr Unternehmen im Jahr 2002 für das Projekt Stuttgart 21 mit Kosten von 4,2 Milliarden Euro gerechnet. Stattdessen sei zu dieser Zeit von Kosten in Höhe von 4,2 Miliarden _D-Mark_ ausgegangen worden. (siehe [1], [2])

Bei näherer Betrachtung ergibt dieses Dementi keinen Sinn. Wie auf [3] dargelegt ist, wurde das Projekt Stuttgart 21 schon zur Machbarkeitsstudie von 1995 mit knapp 5 Milliarden D-Mark kalkuliert -- zum Preisstand vom 1. Januar 1993.

In der Folgezeit hat das Projekt erhebliche Kostensteigerungen erfahren. So wurde die Anbindung des Flughafens substantiell verbessert (aufwändiger gestaltet) [4] oder der Tunnel Obertürkheim verlängert [5]. Aus einröhrig-zweigleisig Tunnelröhren wurden zweiröhrig-eingleisige Röhren, die Fluchtwegabstände wurden vermindert und dergleichen Dingen mehr. Nicht zuletzt sind die Baupreise zwischen 1993 und 2002 sicherlich nicht gesunken, sondern gestiegen.

Laut [3] rechnete Ihr Unternehmen schon Ende 1999 mit Kosten von 5,5 Milliarden D-Mark.

Wie ist es zu erklären, dass trotz substantiell verlängerter Tunnel und gestiegener Preise im Jahr 2002 von Gesamtkosten ausgegangen wurde, die deutlich unter dem Wert von 1995 (zum Preisstand 1993) liegen?

Mit den besten Grüßen
Peter Reinhart

[1] http://www.deutschebahn.com/site/bahn/de/presse/presseinf...
[2] http://www.stern.de/politik/deutschland/interne-dokumente...
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Kosten_und_Finanzierung_von_...
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Filderbahnhof#Geschichte
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Tunnel_Obert%C3%BCrkheim#Var...

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