Beantwortet
Autor Karl Meiler am 02. Februar 2012
2731 Leser · 41 Stimmen

Baustelle: Bauphasen, Logistik, Emissionen

Fett der Tunnelbohrmaschine im Grundwasser ?

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie aus einschlägigen Baufachveröffentlichungen zu entnehmen wird bei Tunnelbohrmaschinen der Schildschwanz mit industriellen Schmierfetten abgedichtet. Der Verbrauch liegt dabei im Bereich von einigen Dutzend Kilogramm pro Meter Tunnelstrecke.

Wie stellen Sie sicher dass Sie damit nicht das Grundwasser verseuchen ?

Ganz herzlichen Dank für Ihre Antwort,

Karl Meiler

+15

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Antwort
von Wolfgang Dietrich am 17. Oktober 2012
Wolfgang Dietrich

Sehr geehrter Herr Meiler,

ich danke für Ihre Frage zu den Schildschwanzfetten der Tunnelvortriebs- maschinen, die ich gerne beantworte. Für die entstandene Wartezeit bitte ich um Entschuldigung.

Schildschwanzfette werden als Schildschwanzdichtfette für maschinelle Schildvortriebe ver­wendet. Sie dichten den Spalt zwischen dem Schild und den Betonsegmenten (Tübbinge) wirksam ab und verhindern das Eindringen von Erdreich, Wasser oder Hinterfüllmörtel in den Vortriebsbereich.

Während des Vortriebs der Tunnelbohrmaschine wird das Schildschwanz- dichtfett über eine Versorgungsleitung kontinuierlich eingebracht und bleibt zwischen den Betonsegmenten und dem Hinterfüllmörtel eingeschlossen. Die Schicht ist weniger als 1 mm dünn. Die Anwendungsmenge des Dichtfetts beträgt in der Regel ca. 1 kg/m² Tunnellaibung.

Schildschwanzdichtfett hat einen niedrigen Dampfdruck und keine Lösungs- mittel. Es kommt somit bei der Anwendung zu keiner Emission und das Produkt wird zwischen den Betonsegmenten und dem Hinterfüllmörtel vollständig eingeschlossen. Das bedeutet, dass das Dichtfett mit dem Gebirge nicht in direkte Berührung kommt. Eine Gefährdung des Grundwassers ist damit ausgeschlossen.

Ich hoffe, Ihre Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Dietrich