Sehr geehrte Frau Kern,
laut Planfeststellungsbeschluss muss die Deutsche Bahn AG für die Erstellung des Tiefbahnhofs 282 Bäume fällen. Dafür werden von der Bahn 293 Bäume gepflanzt, 191 davon im unmittelbaren Bahnhofsumfeld sowie ca. 100 weitere im Bereich der erweiterten Schloßgartenanlagen. Der Planfeststellungsbeschluss sieht dabei eine sehr hohe Qualität der Bäume vor mit Stammumfängen von 35-40 cm (in 1m Höhe gemessen) – es werden teilweise zehn bis zwölf Meter hohe Großbäume gepflanzt.
Es ist jedoch durchaus noch möglich, dass einzelne Bäume erhalten bleiben oder umgepflanzt werden können. Die fachliche Überprüfung hat bereits ergeben, dass rund um den Bahnhof 30 Bäume zwischen fünf und zwölf Metern Höhe an andere Standorte innerhalb der Parkanlagen versetzt werden können. Darüber hinaus hat sich die Bahn dazu entschlossen, bereits heute rund 100 Bäume zu pflanzen, die dann später, nach Abschluss der Bauarbeiten, wieder im Mittleren Schlossgarten angepflanzt werden sollen. Die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger bekommen damit in 10 Jahren Bäume von einer stattlichen Größe. Die Bahn hat für diese Maßnahmen zusätzlich 1,5 Mio. Euro in die Hand genommen, die Landeshauptstadt Stuttgart hat für die vorgezogene Pflanzung der rund 100 Bäume eine Fläche nahe der Mineralbäder zur Verfügung gestellt.
Durch Stuttgart 21 werden die Gleisflächen frei: Die Stadt kann in ihrem Kern um 100 Hektar wachsen und das frei werdende Areal für eine nachhaltige Stadtentwicklung nutzen. Davon sind allein 20 Hektar für die Vergrößerung des Rosensteinparks und des Schlossgartens vorgesehen. Der Park wächst damit erstmals wieder seit Jahrzehnten und das um eine Fläche, die rund 30 Fußballfeldern entspricht. Hinzu kommen weitere 10 Hektar öffentliche Grünflächen, Spielplätze und Straßengrün in den neuen Stadtteilen.
Die Begrünung von rund 50 Hektar Bauland, auf dem die städtebauliche Entwicklung stattfindet, ist hier ebenfalls mit einberechnet. Die angrenzenden Wohngebiete wie z.B. das Nordbahnhofviertel werden ferner in die Grünplanung mit einbezogen.
Auf diesen Flächen werden rund 5.000 neue Bäume gepflanzt. Die Experten der Stadt haben anhand der in der Rahmenplanung vorgesehenen neuen Flächen eine realistische Hochrechnung für den Baumbestand erstellt. Dabei wurde Bezug genommen auf den bereits vorhandenen Baumbestand auf vergleichbaren Flächen in Stuttgart.
Es ist das Anliegen der Stadt, die neu entstehenden Park- und öffentlichen Grünflächen mit rund 5.000 Bäumen in die bestehenden Grünflächen einzubinden. Damit stärkt die Stadt ihr wichtigstes Naherholungsgebiet und baut gleichzeitig ihre Vorreiterrolle als deutsche Großstadt mit den meisten Landschafts- und Naturschutzgebieten aus.
Schon vor Jahren hat sich der Gemeinderat mit dem „Grünen U“ einen Ausbau der Stuttgarter Grünflächen zur Verbesserung des Stadtklimas und der Lebensqualität zum Ziel gesetzt. Das Amt für Umweltschutz der Landeshauptstadt Stuttgart hat zum Thema „Stadtklima 21“ in seiner Schriftenreihe die Originalgutachten der Untersuchungen veröffentlicht. Darüber hinaus gibt es im Internet ausführliche Informationen zum Thema „Stadtklima 21“ - unter http://www.stadtklima-stuttgart.de. Damit steht fest: Stuttgart 21 ist ein durch und durch ökologisches Projekt, das zu einer Ersparnis von Kohlendioxid führen wird – auch am Neckartor.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolfgang Schuster - Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart