Liebe direktzu®-Nutzer,

32.000 Menschen haben abgestimmt, mehr als 650 Fragen wurden beantwortet – dies ist die Bilanz der Bürgerdialogplattform „Direktzu Stuttgart 21“, die im September 2010 online ging. Seitdem wurde von unseren Fachleuten detailliert Stellung bezogen zu vielen Themen rund um das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm. Alle unsere Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen finden Sie hier auf dieser Plattform.

Seit 2010 hat sich das Projekt grundlegend verändert. Es geht nicht mehr um das „ob“, sondern um das „wie“. Nach Jahren der Planung und des politischen Diskurses treten die Umsetzung des Bahnprojektes und damit die Bauarbeiten immer mehr in den Vordergrund, was an vielen Stellen der Stadt und entlang der Autobahn nach Ulm zu sehen ist.

Für die zunehmenden Fragen rund ums Bauen haben wir ein „Informationszentrum“ eingerichtet, über welches sich insbesondere betroffene Bürgerinnen und Bürger rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche über das aktuelle Baugeschehen informieren können.

Wir freuen uns weiterhin über Ihr Interesse an unserem Projekt.

Beantwortet
Autor Marc Wiechmann am 15. November 2010
19848 Leser · 20 Stimmen (-5 / +15)

Durchgangsbahnhof: Kapazität, Architektur, Barrierefreiheit

Reichen 8 Gleise wirklich aus!? (Beispiel Hamburg)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Hauptbahnhof von Hamburg ist, gemessen an seinen Reisenden und Besuchern der größte deutsche Bahnhof. Trotz seiner geringen Anzahl von nur 8 Fernbahngleisen verkehren hier täglich in etwa 450.000 Passagiere und Besucher. Im Jahr 1906 eröffnet der Hamburger Hauptbahnhof auf dem einstigen Gelände des Stadtwalls. Der Hbf ist ein Trennungsbahnhof und besitzt außer den acht Fernbahngleisen weitere 4 S-Bahngleise und 6 U-Bahngleise.

Woran liegt das, dass der Bahnhof mit nur so wenig Gleisen auskommt? Wenn man sich andere Durchgangsbahnhöfe in Deutschland anschaut, haben diese deutlich mehr Gleise!! z.B. Karlsruhe, Mannheim, Freiburg....

Mit freundlichen Grüßen

+10

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Dr. Udo Andriof am 28. Februar 2011
Dr. Udo Andriof

Sehr geehrter Herr Wiechmann,

der Hauptbahnhof in Hamburg hat im Fern- und Regionalverkehr eine einfache betriebliche Struktur. Die verkehrliche Hauptausrichtung liegt zwischen den Bahnhöfen Hamburg-Harburg (mit Anbindungen nach Hannover, Bremen und Cuxhaven) und Hamburg-Dammtor (mit Anbindungen nach Hamburg-Altona, Flensburg und Kiel). Der Bahnhof hat in Richtung Hamburg Berliner Tor (mit Anbindungen nach Lübeck, Schwerin und Berlin) nur einen markanten Abzweig. Aber nicht nur wegen der klar strukturierten Hauptverkehrsströme kommt der Hamburger Hauptbahnhof mit acht Bahnsteiggleisen für den Regional- und Fernverkehr aus. Mit Hamburg-Harburg, Hamburg-Dammtor und Hamburg-Altona übernehmen weitere Bahnhöfe Umsteigefunktionen.

Auch mit Stuttgart 21 lassen sich im Bahnknoten Stuttgart die Hauptverkehrsströme besser konzentrieren. Auf der einen Bahnhofsseite die Anbindung mit dem Fildertunnel an die Neubaustrecke nach Ulm über Flughafen/Messe mit Verzweigung im Tunnel ins Neckartal nach Ober-/Untertürkheim. Auf der anderen Bahnhofsseite die Anbindung der Strecken aus Stuttgart-Feuerbach und Stuttgart-Bad Cannstatt. Zudem erhält der Bahnknoten mit dem Neubaustreckenbahnhof am Flughafen und an der Landesmesse einen weiteren Fernverkehrsbahnhof mit Verknüpfung an den Regionalverkehr. Deshalb ist auch der neue Durchgangsbahnhof in Stuttgart mit acht Bahnsteiggleisen für den Fern- und Regionalverkehr ausreichend ausgestattet. Die Bahn wird die Leistungsfähigkeit des Bahnhofs einem Stresstest bis Mitte des Jahres unterziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Udo Andriof - Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart – Ulm