Liebe direktzu®-Nutzer,

32.000 Menschen haben abgestimmt, mehr als 650 Fragen wurden beantwortet – dies ist die Bilanz der Bürgerdialogplattform „Direktzu Stuttgart 21“, die im September 2010 online ging. Seitdem wurde von unseren Fachleuten detailliert Stellung bezogen zu vielen Themen rund um das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm. Alle unsere Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen finden Sie hier auf dieser Plattform.

Seit 2010 hat sich das Projekt grundlegend verändert. Es geht nicht mehr um das „ob“, sondern um das „wie“. Nach Jahren der Planung und des politischen Diskurses treten die Umsetzung des Bahnprojektes und damit die Bauarbeiten immer mehr in den Vordergrund, was an vielen Stellen der Stadt und entlang der Autobahn nach Ulm zu sehen ist.

Für die zunehmenden Fragen rund ums Bauen haben wir ein „Informationszentrum“ eingerichtet, über welches sich insbesondere betroffene Bürgerinnen und Bürger rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche über das aktuelle Baugeschehen informieren können.

Wir freuen uns weiterhin über Ihr Interesse an unserem Projekt.

Beantwortet
Autor Bernd Steinheil am 15. Oktober 2010
16700 Leser · 31 Stimmen (-7 / +24)

Baustelle: Bauphasen, Logistik, Emissionen

Warum wurde mit der NBS nicht schon längst begonnen?

Sehr geehrte Damen und Herren,

man hört ja allerorten das für mich nicht nachvollziehbare "Argument", dass ohne S21 Stuttgart vom Hochgeschwindigkeitsverkehr abgehängt würde.
Die Reisezeitverkürzungen auf den Fernverkehrsrelationen basieren bekanntlich größtenteils auf der NBS und nicht auf dem Tiefbahnhof.

Was sind die genauen Gründe gewesen, weswegen mit dem Bau der NBS bis Wendlingen nicht schon längst begonnen wurde - oder anders: wieso gab es bei der erweiterten Anbindung an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz diese jahrelange Verzögerung?

Ich hoffe Sie verstehen, dass eine Aussage der Art "NBS und Tiefbahnhof sind untrennbare Einheiten und somit nicht getrennt zu realisieren" keine Sachaussage ist und auch keine Beantwortung meiner Frage darstellen würde, ich bitte um präzisere Angaben. Vielen Dank im Voraus.

+17

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Dr. Volker Kefer am 29. Dezember 2010
Dr. Volker Kefer

Sehr geehrter Herr Steinheil,

die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm ist im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes.

Da ein so großes Projekt aber natürlich auch erheblicher Finanzmittel bedarf, hat die Verhandlung über die Finanzierung einige Zeit in Anspruch genommen. Die Finanzierung war erst sichergestellt, als sich das Land Baden-Württemberg im Jahr 2009 bereit erklärt hat, sich mit 950 Milliionen am Bau der Neubaustrecke zu beteiligen. Das Land finanziert diese Summe bis zum Jahr 2016, danach steigt der Bund in die Finanzierung der neuen Strecke ein.

Im übrigen muss vor dem Baubeginn die Neubaustrecke nach den Regelungen des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG §18) das Baugenehmigungsverfahren, die so genannte Planfeststellung, durchlaufen. Das Projekt wurde in insgesamt sieben Abschnitte unterteilt. Jeder einzelne Planfeststellungsbeschluss benötigt im Durchschnitt etwa drei Jahre von der Einleitung des Verfahrens über die Erörterung bis zur rechtskräftigen Planfeststellung.

Bei der Neubaustrecke ist es aktuell so, dass alle Erörterungstermine für die einzelnen Abschnitte bereits stattgefunden haben. Drei Abschnitte sind bereits planfestgestellt, so dass die Bahn dort Baurecht hat. Letzte Woche wurde dort mit den bauvorbereitenden Maßnahmen für die Neubaustrecke begonnen.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Kefer