Liebe direktzu®-Nutzer,

32.000 Menschen haben abgestimmt, mehr als 650 Fragen wurden beantwortet – dies ist die Bilanz der Bürgerdialogplattform „Direktzu Stuttgart 21“, die im September 2010 online ging. Seitdem wurde von unseren Fachleuten detailliert Stellung bezogen zu vielen Themen rund um das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm. Alle unsere Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen finden Sie hier auf dieser Plattform.

Seit 2010 hat sich das Projekt grundlegend verändert. Es geht nicht mehr um das „ob“, sondern um das „wie“. Nach Jahren der Planung und des politischen Diskurses treten die Umsetzung des Bahnprojektes und damit die Bauarbeiten immer mehr in den Vordergrund, was an vielen Stellen der Stadt und entlang der Autobahn nach Ulm zu sehen ist.

Für die zunehmenden Fragen rund ums Bauen haben wir ein „Informationszentrum“ eingerichtet, über welches sich insbesondere betroffene Bürgerinnen und Bürger rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche über das aktuelle Baugeschehen informieren können.

Wir freuen uns weiterhin über Ihr Interesse an unserem Projekt.

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Autor Ulrich Dinkelbach am 29. Oktober 2010
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Finanzen: Kosten, Nutzen, Bedarf

Wie kann man das Projekt in einen größeren Zusammenhang rücken?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin für den Bau des Projekts und bedauere die derzeitige Diskussion bezüglich der Notwendigkeit von S21. Sie dreht sich derzeit um viele sicher wichtige Details, wie z.B. Haltezeiten, Gleisanzahl, Verstärkerzüge, Fahrgastaufkommen im Jahr 2020 u.v.a.m..

Seit 1846 fahren in Stuttgart Züge und benutzten zu allen Zeiten Bahnhöfe, sie zu bauen war stets kostspielig, über die hohen Summen spricht heute freilich niemand mehr.

Vor nun über 80 Jahren wurde der heutige Hbf 1926 noch zu Zeiten der Dampflokomotiven in Betrieb genommen.

Niemand kannte seinerzeit die heutigen Anforderungen des Jahres 2010.

S21 ist ein Projekt nicht für das Jahr 2020 oder 2030, wie man häufig angesichts der öffentlichen Verlautbarungen meinen könnte, sondern eher für die nächsten 80-120 Jahre, vielleicht darüber hinaus, also strukturell durchaus für das Jahr 2100 und folgende.

Wir sollten uns vor Augen halten, daß für uns eine moderne Infrastruktur überlebenswichtig war und ist, dies gilt für heute und morgen genauso, wie es dies im Jahr 1850 und auch im Jahr 1920 der Fall war.

Meine Anregung lautet daher: Sollte man die geplanten Kosten von diversen Milliarden Euro nicht ins Verhältnis zu diesen langen Zeiträume setzen?
Würden sich die Kosten nicht sehr stark relativieren, angesichts dieser sehr langen Nutzungsdauer?

Sollte nicht das gesamte Projekt auch gerade in der öffentlichen Diskussion in einen viel weiter gefassten, übergeordneten Kontext gesetzt werden?

Wie kann man beispielsweise ein Szenario für den Großraum Stuttgart für die kommenden 50-60 Jahre entwerfen?

Sollte nicht auch die historische Entwicklung stärker zur Erklärung herangezogen werden?

Schließlich können wir heute, anders als unsere Ur- und Ururgroßväter, auf einen Erfahrungsschatz bezüglich der gesamten Raumentwicklung zurückgreifen.

Vielleicht ginge mancher heutige Skeptiker nochmals in sich.

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